Kräuterführung in der Urlaubsregion Altenberg

Mit Kräuterfrau Bruni unterwegs

Kräuterfrau Bruni Foto: Egbert KamprathDie Urlaubs­re­gi­on Alten­berg steht nicht nur für Sport und Erho­lung, son­dern auch für die wun­der­schö­ne Natur sowie deren viel­sei­ti­ge Pflan­zen. Die ein­hei­mi­schen Pflan­zen sind zum einen schön anzu­schau­en, aber zum ande­ren auch für die gesund­heits­för­dern­de Wir­kung bekannt. Die Kräu­ter­frau Bruni aus dem Orts­teil Schel­l­er­hau beschäf­tigt sich schon lan­ge mit der Pflan­zen­heil­kun­de und gibt ihr Wis­sen zur Kräu­ter­füh­rung wei­ter.

Kräuterführung immer donnerstags

Sind Sie neu­gie­rig gewor­den und wol­len wis­sen, was man noch mit Pflan­zen machen kann?

Unse­re Kräu­ter­frau Bruni ver­rät es Ihnen zur Kräu­ter­füh­rung, die jeden Don­ners­tag (Mai-Okto­ber) statt­fin­det.Kräuterfiebel Urlaubsregion Altenberg

  • Treff­punkt: 10:15 Uhr im Tou­rist-Info-Büro Alten­berg
  • Preis: Erwach­se­ne 3,00 €, mit Gäs­te­kar­te 1,50 €, Kin­der 1,50 €, mit Gäs­te­kar­te frei
  • Anmel­dung: am Vor­tag bis 16 Uhr im Tou­rist-Info-Büro, Tele­fon: 035056 23993

Wir emp­feh­len Ihnen außer­dem die Kräu­ter­fi­bel, in der Sie Tipps und Tricks von Kräu­ter­frau Bruni erhal­ten. Die Kräu­ter­fi­bel eig­net sich auch als tol­les Geschenk!

  • Preis: 3,00 €, mit Gäs­te­kar­te 2,50 €

 

 

 

Im Interview mit Kräuterfrau Bruni zu Pflanzenheilkunde, Arbeit und Leben

TIB (Tou­rist-Info-Büro): Wie sind Sie auf das The­ma der Pflan­zen­heil­kun­de auf­merk­sam gewor­den und wie lan­ge beschäf­ti­gen Sie sich bereits damit?

Bruni: Vor über 50 Jah­ren habe ich in mei­nem 1. Beruf ein Meis­ter­stu­di­um absol­viert. Als Rin­der­zucht­meis­te­rin muss­te ich natür­lich alle Pflan­zen auf Wei­den und Wie­sen ken­nen und über ihre Wir­kun­gen Bescheid wis­sen. Das war der Beginn mei­ner inten­si­ven Arbeit mit Pflan­zen. Lei­der muss­te ich aus gesund­heit­li­chen Grün­den die­sen schö­nen Beruf auf­ge­ben und lern­te um, zur Leh­re­rin für die Unter­stu­fe. Vor mehr als 40 Jah­ren habe ich dann “Schul­gar­ten” unter­rich­tet und eine Arbeits­ge­mein­schaft „Jun­ge Gärt­ner“ gehabt. Spä­ter in Hei­denau sam­mel­ten wir in den Som­mer­fe­ri­en Heil­kräu­ter wie Huf­lat­tich­blät­ter, Wege­rich sowie Brom- und Him­beer­blät­ter. Alles wur­de getrock­net und in die Dro­gen­müh­le Hei­denau gelie­fert. Um die Kin­der zu begeis­tern, muss­te ich natür­lich auch dar­über etwas sagen kön­nen. Sehr gehol­fen haben mir z. B. die Klos­ter­bü­cher, Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen bei der Volks­hoch­schu­le und vie­les mehr.

 

TIB: Wie lan­ge sind Sie nun schon „Kräu­ter­frau Bruni“?

Bruni: 2002 habe ich im Bota­ni­schen Gar­ten Schel­l­er­hau begon­nen zu arbei­ten. Mei­ne Auf­ga­be war damals, eine klei­ne Ecke, das „Kräu­ter­land Erz­ge­bir­ge“, im Bota­ni­schen Gar­ten zu errich­ten. Also beschäf­tig­te ich mich noch inten­si­ver mit den hie­si­gen Pflan­zen und wur­de somit „Kräu­ter­frau Bruni“.

 

TIB: Wel­che beson­de­ren heil­sa­men Pflan­zen kann man hier fin­den? Wel­che Pflan­zen füh­len sich ganz beson­ders in unse­ren Gefil­den wohl?

Bruni: Hier wach­sen ein paar ganz beson­de­re Pflan­zen, die aber unter Natur­schutz ste­hen. Genau­er gehe ich dar­auf  in mei­nen Kräu­ter­füh­run­gen ein. Pflan­zen, wie Spitz­we­ge­rich, Johan­nis­kraut, Gold­ru­te, Blut­wurz, Bär­wurz und vie­le ande­re mehr füh­len sich aber beson­ders bei uns sehr wohl.

 

TIB: Was sind Ihre Lieb­lings­kräu­ter und war­um?

Bruni: Es ist schwer für mich zu sagen – „das ist mein Lieb­lings­kraut!“. Ich lie­be jedoch die Brenn­nes­sel, den Giersch, den Löwen­zahn, den Bär­wurz und alle Kräu­ter, die sol­che Bit­ter­stof­fe haben. Ich habe gemerkt, dass mein Kör­per das braucht.

 

TIB: Wo kann man Heil­kräu­ter fin­den?

Bruni: Auf natur­be­las­se­nen Wie­sen, wovon wir hier zum Glück noch vie­le haben. Auch an Wald­rän­dern wächst so man­ches Kräut­lein. Auch Bäu­me und Sträu­cher gehö­ren zu den Heil­kräu­tern und die Aus­wahl ist groß. Wenn wir nur so viel sam­meln wie wir für 1 Jahr benö­ti­gen, hilft das der Pflan­ze, ande­re Samm­ler bekom­men auch noch etwas und wir kön­nen sie nut­zen.

 

TIB: Was muss man beim Sam­meln der Pflan­zen beach­ten?

Bruni: Wich­tig ist zual­ler­erst, dass man die Pflan­ze genau kennt! Steht sie unter Natur­schutz, bit­te Fin­ger weg davon. Außer­dem soll­te man die Pflan­ze nicht aus­rei­ßen, son­dern nur abpflü­cken. Am bes­ten eig­net sich ein Körb­chen oder ein Stoff­beu­tel zum Lagern. Des Wei­te­ren muss die Pflan­ze gesund und tro­cken sein. Wei­te­re Tipps ver­ra­te ich Ihnen gern bei mei­nen Füh­run­gen.

 

TIB: Kann man Heil­kräu­ter und Gewürz­pflan­zen nur frisch ver­wen­den?

Bruni: Heil- und Gewürz­pflan­zen kann man frisch, aber auch getrock­net ver­wen­den. Es gibt aber auch Pflan­zen, die ihre Wir­kung beim Trock­nen ver­lie­ren. Bei der Ver­wen­dung gibt es eine Faust­re­gel: 3 x so vie­le fri­sche wie getrock­ne­te Kräu­ter, z. B. für Tee

 

TIB: Haben Sie Tipps zum Trock­nen der Kräu­ter?

Bruni: Beim Trock­nen der Kräu­ter ist es ganz beson­ders wich­tig, dass sie nicht mehr tau­nass sind. Am bes­ten man bün­delt 15–20 Stän­gel einer Pflan­ze (nicht mehr Stän­gel, damit es nicht zur Schim­mel­bil­dung kommt) und hängt die­se auf. Bit­te nicht in die pral­le Son­ne hän­gen, denn sonst wer­den alle wich­ti­gen Inhalts­stof­fe her­aus­ge­zo­gen. Ein klei­ner Luft­zug eig­net sich beson­ders gut. Sind die Kräu­ter „raschel­dörr“ (gut getrock­net), kann man die Blät­ter und Blü­ten anschlie­ßend abre­beln und sie in luft­durch­läs­si­ge Tüten oder Kar­tons lagern.

 

TIB: Haben Sie ein Lieb­lings­re­zept aus Kräu­tern?

Bruni: Im Früh­jahr mag ich ganz beson­ders gern die Brenn­nes­sel­sup­pe:

Zuta­ten: 2 Hand­voll Kräu­ter, 25 g But­ter, 2 EL Din­kel­mehl oder Din­kel­grieß, 1 Liter Brü­he, 1 Ei

Zube­rei­tung: Mehl­schwit­ze machen, Brü­he dazu und kurz auf­ko­chen. Klein­ge­hack­te Kräu­ter zuge­ben, kurz köcheln las­sen. Mit Ei abzie­hen und even­tu­ell noch mit Gal­gant wür­zen.

Die ers­te Brenn­nes­sel­sup­pe habe ich bereits am 10. März die­ses Jah­res geges­sen!

 

TIB: Wo kann man sich hin­wen­den, wenn man noch mehr über das The­ma der Pflan­zen­heil­kun­de erfah­ren möch­te?

Bruni: Es gibt im Prin­zip zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der man bil­det sich selbst mit­hil­fe von Büchern wei­ter oder man besucht Kräu­ter­füh­run­gen. Manch­mal gibt es auch Vor­trä­ge von Ärz­ten, die mit Natur­heil­mit­teln arbei­ten. Ich selbst lie­be sol­che Ver­an­stal­tun­gen neh­me immer ganz viel neu­es Wis­sen mit.

Vie­len Dank, lie­be Bruni, für das Inter­view.

 

Kräu­ter­füh­rung in der Urlaubs­re­gi­on Alten­berg


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