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  • Lauenstein von oben
    Lauenstein von oben Foto: Phillip Maethner, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Altenberger Pinge
    Altenberger Pinge Foto: Phillip Maethner, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Besucherbergwerk Zinnwald
    Besucherbergwerk Zinnwald Foto: Phillip Maethner, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Altenberger Landschaft mit Pinge Foto: Philip Maethner, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Besucherbergwerk Zinnwald Foto: Tourist-Info-Büro Mitarbeiter, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Besucherbergwerk Zinnwald Foto: Philip Maethner, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg
  • Luftaufnahme Schloss Lauenstein Foto: Urlaubsregion Altenberg, Egbert Kamprath
  • Altenberger Pinge Foto: Tourist-Information Altenberg
  • Besucherbergwerk Zinnwald Foto: Jens Kugler, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg

UNESCO - Welterbe / Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

Logo UNESCO - Welterbe / Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Logo UNESCO - Welterbe / Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří
Foto: Tourismusverband Erzgebirge, CC BY-SA, Tourist-Information Altenberg

Seit Anfang Juli 2019 steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf der von der UNESCO geführten Liste des Welterbes. Die Stätte repräsentiert bergbaubezogene Siedlungsstrukturen, Technologien und Organisationsformen, die weltweit prägend waren. Vom 12. Jahrhundert an bildete sich auf der Grundlage von Rohstoffvorkommen grenzübergreifend eine montane Kulturlandschaft heraus, die bis heute in authentischer Weise erhalten ist. Im Osterzgebirge sind hierzu die Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald und der ehemalige Verwaltungssitz Lauenstein  als prominente Beispiele für die Zinngewinnung im sächsisch-böhmischen Erzgebirge vertreten.

Nach Silber war Zinn das zweitwichtigste Metall, das im Erzgebirge abgebaut und verarbeitet wurde. Die Blütezeit des erzgebirgischen Zinnbergbaus erstreckte sich vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, als die sächsisch-böhmische Zinnproduktion England als größten Zinnproduzenten weltweit ablöste. Die historische Erzwäsche IV nebst Altenberger Pinge und beeindruckende unterirdische Grubenhohlräume geben Einblicke in die Abbau- und Verarbeitungstechnologien. Mit dem Zinnerzbergbau sind in der Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald wegweisende Entwicklungen auf dem Gebiet von Wasserhaltungssystemen und der Erzaufbereitung verbunden. 

Um den Welterbetitel zu erlangen, ist ein weltweit außergewöhnlich universeller Wert der Stätte entscheidend. Der Rohstoffreichtum des Erzgebirges bildete das Fundament für eine auf den Bergbau gegründete Entwicklung der gesamten Region, aus der sich über 800 Jahre hinweg eine montane Kulturlandschaft herausbildete. Der Abbau von Silber, Zinn, Kobalt, Eisen und Uran wurde zum Wegbereiter für Wissenschaft und Innovationen im Bergbau- und Hüttenwesen. Unter der staatlichen Organisation des Bergbaus entwickelte sich weltweit erstmals ein Ausbildungssystem für den Fachkräftebedarf. Durch Bergbaulandschaften und Sachzeugnisse werden diese Entwicklungen mit insgesamt 22 Bestandteilen auf sächsischer und böhmischer Seite authentisch überliefert. Der außergewöhnliche universelle Wert ist nur in der Gesamtheit aller 22 Bestandteile begründet und ergibt sich aus der Erfüllung von drei Kulturkriterien.

 

In drei entscheidenden Kulturkriterien steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří stellvertretend für:

 

Die technologischen und wissenschaftlichen Errungenschaften auf dem Gebiet der Grubenentwässerun, der Erzaufbereitung, dem Hüttenwesen und der Bergbauwissenschaften, die zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert vom sächsisch-böhmischen Erzbergbau ausgingen. Die Anwendung, Weiterentwicklung und weltweite Verbreitung dieser Technologien und Kenntnisse sind im globalen Maßstab beispiellos.

 

Die Herausbildung eines staatlich organisierten Bergbauwesens mit direktem Einfluss auf die Bergbauverwaltung, das Bildungssystem und die sozialen Bereiche. Diese Entwicklung, die anderen Bergbauregionen auf dem europäischen Kontinent als Vorbild diente, hat nicht nur die Verwaltung revolutioniert, sondern auch zur Entstehung einer auf dem Bergbau beruhenden Kultur geführt.

 

In der vom 12. bis in das 20. Jahrhundert hinein andauernden Formung der Region zu einer vom Bergbau geprägten, weltweit einzigartigen Kulturlandschaft. Deren unterschiedliche Entwicklungsstufen sind anhand von originalen Bergbaulandschaften, Abbau- und Verhüttungsanlagen sowie den großzügig angelegten und kunstvoll ausgestatteten Bergstädten bis heute sichtbar.

Über 800 Jahre Bergbau führten im Erzgebirge zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eine montane grenzübergreifende Kulturlandschaft von universellem Wert hervorbrachte. Um diese Einzigartigkeit für die Zukunft bewahren zu können, schlossen sich neben Projektgruppen und Vereinen auch Deutsche und Tschechische Trägergesellschaften, mit unter anderem der Region Altenberg-Zinnwald, zum Welterbekonvent Erzgebirge zusammen. Gemeinsam wurde die Beantragung des UNESCO-Welterbetitels für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf den Weg gebracht und die erfolgreiche Einschreibung in die UNESCO-Welterbeliste erreicht.

 

Eine Eintragung der „Montan- und Kulturlandschaft Erzgebirge“ in die deutsche Tentativliste, eine Art Warteliste für Welterbestätten, erfolgte bereits im Jahr 1998. Nachdem eine Welterbe-Projektgruppe der TU Bergakademie Freiberg im Jahr 2002 anhand einer Studie das Potential für die Aufnahme der Montanregion Erzgebirge in die Welterbeliste bestätigt hatte und zur ideellen und finanziellen Unterstützung der Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. gegründet wurde, konnte das Vorhaben Schritt für Schritt realisiert werden.

 

Zwischen 2007 und 2012 erfolgte die Auswahl und Beschreibung der vorgesehenen Welterbe-Objekte auf sächsischer und tschechischer Seite durch sogenannte Umsetzungsstudien. Mit der Gründung gemeinnütziger Trägergesellschaften beiderseits der Grenze wurde die Organisation und Finanzierung der Antragsphase in die Verantwortung der Region gelegt. Seit 2012 erstellte die Projektgruppe an der TU Bergakademie Freiberg den deutsch-tschechischen Welterbeantrag „Montane Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří“, der im Januar 2014 an das Welterbezentrum der UNESCO in Paris übersandt wurde.

 

Nach Einschätzung des Internationalen Rats für Denkmalpflege (ICOMOS) wurde daraufhin die Welterbewürdigkeit bestätigt, allerdings eine Qualifizierung der Unterlagen angeregt, um die Chancen für eine erfolgreiche Einschreibung in die Welterbeliste zu verbessern. Der Antrag wurde daraufhin nach den Empfehlungen des Internationalen Denkmalrates überarbeitet und im Januar 2018 nochmals bei der UNESCO eingereicht. Im Ergebnis der erneuten Fachprüfung wurde im Mai 2019 die Empfehlung von ICOMOS an das Welterbekomitee der UNESCO zur Einschreibung in die Welterbeliste gegeben. Auf deren 43. Sitzung Anfang Juli 2019 in Baku/Aserbaidschan wurde die Eintragung erfolgreich zur Abstimmung gebracht. Jubel, Freude und Erleichterung verbreiteten sich, als man nach über 20 Jahren Bemühungen zu diesem ersehnten Erfolg gelangt war.


Wir sind stolz, aus unserer Region bedeutende (Zeit)Zeugnisse der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří präsentieren zu können:

Welterbe-Erlebnistour Osterzgebirge

Der Tipp für Ihr Firmenevent, Familienfeier oder einen Gruppenausflug: unser Kooperatationspartner Kreisel Dresden GmbH bietet Ihnen eine Erlebnisfahrt durch unsere Welterberegion.

 


Video Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald / Verwaltungssitz Lauenstein

Welterbe hautnah erleben! Die Museumsleiter Christoph Schröder und Gabriele Gelbrich, Pfarrer Markus Schuffenhauer und der Leiter des Besucherbergwerks in Zinnwald Stephan Prantl laden ein, die Region zu besuchen und die Bestandteile der Montanregion zu erkunden.
Bergbaulandschaft Altenberg-Zinnwald / Verwaltungssitz Lauenstein
Video: erzgebirgisch - Montanregion Erzgebirge/Krušnohoři

Übersichtskarte bedeutender Zeitzeugnisse für das UNESCO-Welterbe

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