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Vom Bärenstein Blick auf die Gipfel des Erzgebirges

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Kammweg Erzgebirge-Vogtland

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Norbert S.

29.10.2020 · Community
Für uns leider noch kein Qualitätswanderweg Wir hatten den Kammweg Erzgebirge-Vogtland schon länger mal geplant und uns über den Tourismusverband Erzgebirge e.V. ein Angebot für „Wandern ohne Gepäck“ in 15 Etappen erstellen lassen. Nach immerhin fast sieben! Monaten und unzähligen Nachfragen bekamen wir endlich die Buchungsunterlagen vom TVE. Da merkt man eben, dass ein Tourismusverband durch seine Finanzierung eher einer Behörde als einem Reiseunternehmen gleicht. Nun aber zum Weg selber: Hier stellte sich uns schon mal die Frage, wie lang dieser überhaupt ist? 287 km steht auf den meisten Hinweistafeln, manchmal auch 290 km. Auf der Karte steht 285 km, in der Karte selber 283 km. Aber mit genaueren Entfernungsangaben zum nächsten Ziel hapert es auf dem ganzen Weg. Wenn überhaupt vorhanden, dann oft ungenau. So wäre es bei einem Fernwanderweg eigentlich auch angebracht, wenn man zwischendurch immer mal die Entfernung zum Ziel/Startpunkt sehen könnte. Ebenso verbesserungswürdig ist die Beschilderung des Weges, welche an vielen Stellen unzureichend ist. Ein einfacher zusätzlicher Pfeil auf/an den Schildern oder ein weiteres Schild hinter der Wegkreuzung würde es dem Wanderer sehr vereinfachen. An der Schanze in Johanngeorgenstadt irrt man z. B. ziemlich rum, bis man den richtigen Weg gefunden hat. Am Ende des Burgsteingebietes verlaufen sich auch regelmäßig Wanderer, wie wir erfahren haben (wir auch) und vor/nach Gutenfürst muss man einfach Glück haben, da dort der Wanderweg nicht mit Karte und App übereinstimmt und der Wegweiser am Abzweig kaum einsehbar ist. So kommen einige zusätzliche Kilometer zusammen. Verbesserungswürdig sind auch die Möglichkeiten, unterwegs eine Pause einzulegen. Es fehlen Bänke, gerade nach Anstiegen. Ebenso fehlen Schutzhütten, welche bis auf wenige Ausnahmen, in einem schlechten Zustand sind. Da kann man sich mal vom Rennsteig ein paar Dinge „abschauen“. Wenn man die Gegend kennt, dann ergeben sich auch Fragen zur Wegführung. Hier war man zwanghaft bemüht, den (Kamm)Weg nur auf der deutschen Seite verlaufen zu lassen. So könnte man von Oberwiesenthal nach Johanngeorgenstadt auch über Gottesgab (mit sehenswertem Hochmoor), dann entlang das Plattner Kunstgrabens, dem Spitzberg, der Wolfspinge und der Eispinge bis nach Breitenbach/Johanngeorgenstadt wandern – eine landschaftlich sehr schöne Tour. Auch versteht man als Wanderer nicht, warum man auf dem Weg nach Kühnheide vom Wanderweg ins Tal geführt wird, dort auf der Straße an der geschlossenen Lochmühle vorbeigeführt wird und dann wieder den Berg hoch auf den ursprünglichen Wanderweg. Solche „Wegführungen“ gibt es häufiger, so auch vor der Saigerhütte in Olbernhau oder in Rübenau. Völlig unzureichend ist auch die Wegführung in Johanngeorgenstadt. Statt am Besucherbergwerk „Glöckl“ durch das Jugeltal zu wandern, wird man bergan durch die abgerissene Altstadt geführt (und dort noch nicht einmal an der Kirche vorbei), um sich dann über einen zugewachsenen Trampelpfad bis zur Jugendherberge zu kämpfen und ab dort über völlig zerfahrene und schlammige Waldwege am Pochwerk im Jugeltal anzukommen. Wer bitteschön hat diesen Weg geplant? Man hat unterwegs eigentlich nicht viel Zeit, sich die potentiellen Angebote anzuschauen. Für die Saigerhütte in Olbernhau und den dortigen Althammer sollte man sich aber wirklich die Zeit nehmen. Am Schneckenstein stehen leider nach wie vor keine Öffnungszeiten. Die Unterkünfte, in denen wir übernachtet haben, waren bis auf den „Sportpark Rabenberg“ in Ordnung. Man sollte aber darauf achten, wo die Unterkünfte liegen und wenn man sich ein Angebot erstellen lässt, darauf Einfluss nehmen. Oft werden Unterkünfte angeboten, die mehrere Kilometer vom Kammweg weg liegen. So endete eine unserer Etappen mitten im Wald, ca. 2 km vor Johanngeorgenstadt. Obwohl es dort reichlich Unterkünfte gibt, mussten wir 3 km zum „Sportpark Rabenberg“ laufen und natürlich am nächsten Morgen wieder von dort zurück auf den Kammweg. Hier werden scheinbar die Unterkünfte „bedient“, die Werbung auf der Wanderkarte haben. Trotzdem möchte ich bemerken, dass es über weite Strecken ein sehr schöner Wanderweg ist und man viele nette Menschen trifft. Aber es gibt eben auch noch viele Schwachpunkte. Wenn jemand vorhat, den Kammweg „ohne Gepäck“ zu wandern, dann sollte man die Unterkünfte nicht über den TVE sondern selber buchen. Für das gesparte Geld kann man ein weiteres Pärchen/Person mitnehmen, die über ein Auto verfügen. Diese transportieren dann nicht nur das Gepäck, sondern können auch den Transfer zum/vom Kammweg sowie etwaige Einkäufe übernehmen. Beim abendlichen Essen ist man dann auch nicht so eingeschränkt. Wer über den TVE bucht, sollte genau darauf achten, wo die Unterkünfte liegen und ob es da Alternativen gibt (ggf. auch die Etappe anpassen). Wandern mit Gepäck geht nur mit Zelt o. ä.. Einkaufsmöglichkeiten am Wegesrand sind selten und mit geöffneten Gaststätten muss man Glück haben.
Gemacht am 01.08.2020

4 Kommentare

Birgit Knöbel
Schade, dass der Kammweg Ihnen in nicht so guter Erinnerung bleibt. 95 % der Kammwanderer sind begeistert, schätzen sie doch die Ruhe, Natur und Aussichten mit Erlebnissen einzigartiger Highlights der Region – wie von uns Machern versprochen. Der Kammweg erfreut sich gerade in diesem Jahr bei den Wanderern riesiger Beliebtheit! Wir haben aus der Stornosituation im Frühjahr und den nachfolgenden immensen Buchungsanfragen als TVE die Lehren gezogen und haben den Buchungsservice personell aufgestockt. So sollten in Zukunft keine langen Wartezeiten mehr entstehen. Alle Wanderer der letzten Monate bestätigten, das sie mit dem Buchungsservice sehr zufrieden waren. Dass der seit 10 Jahren zertifizierte Weg mit Schließungen von Gaststätten, Schadholzbeseitigung durch Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer, Verwitterung von wanderwegbegleitender Infrastruktur, mitunter Vandalismus sowie knappe Kassen in den Kommunen zur Instandhaltung und Investition dieser Infrastruktur zu kämpfen hat, werden sicher auch andere Weg-Verantwortliche kennen. Wir bitten um Nachsicht, wenn noch nicht alles in Top-Zustand ist, aber wir arbeiten mit ehrenamtlichen Wegepaten, Kommunen, dem Sachsenforst und Sponsoren weiter daran. Gern können Sie uns konkrete Schwachstellen per mail mitteilen. Das macht eine Weiterleitung an die entsprechend zuständigen Stellen einfacher. Übrigens ist der Qualitätsweg Kammweg Erzgebirge-Vogtland nicht die kürzeste Verbindung von A nach B, sondern die naturnahe und attraktivere Variante, um auch den Kriterien des DWV gerecht zu werden. Alternativrouten auch grenzübergreifend mit einem Stück auf dem Kammweg finden Sie als Tagestouren-Tipps auf der Kammweg-Website und in der Erzapp-Aktiv. Besonders bei naturnahen Wegen im Wald kann es eben auch vorkommen, dass diese während der Saison für Waldpflege- und besonders Schadholzbeseitigungsmaßnahmen benötigt werden. Dies ist dann immer eine unschöne Momentaufnahme aber eigentlich für jeden, der sich in der Natur bewegt, nachvollziehbar.
Norbert S.
29.10.2020 · Community
Wir hatten den Kammweg lange bevor Corona überhaupt bekanntgeworden ist angefragt und sollten noch vor dem ersten bekannten Fall in Deutschland schon die Unterlagen haben. Es waren also andere Probleme, die dies scheinbar verhinderten. Aber gut, wenn diese jetzt intern beseitigt sind. Den "Machern" des Kammweges empfehle ich mal, den Weg öfters in den unterschiedlichen Vegetationsperioden abzulaufen oder einfach auch mal eine Person zu begleiten, die diesen Weg das erste Mal läuft. Schon wird schnell sichtbar, wo es beispielsweise Probleme mit der Wegbeschilderung gibt. Wir haben den Weg auch nicht in schlechter Erinnerung, aber es gab eben viele Stellen, an denen man sich auch geärgert hat und wo Verbesserungen angebracht sind. Einige dieser Punkte habe ich schon genannt. Es reicht m. M. n. eben nicht, einen Weg nur zu definieren und zertifizieren zu lassen, sondern man muss in auch regelmäßig kontrollieren, pflegen und weiterentwickeln. Unter Wanderern heißt es: "Der Weg ist das Ziel", aber trotzdem sollte die Wegführung auch sinnvoll und nachvollziehbar sein. Die Grenze zu Böhmen ist in der heutigen Zeit kein Hinderungsgrund bei der Planung von Wanderwegen. Es muss sich ein jeder selber ein Urteil bilden.
Birgit Knöbel
Regelmäßige Kontrolle, Wegpflege und Weiterentwicklung sind ja Voraussetzungen, um aller 3 Jahre das Q-Siegel zu bekommen. Da sind die Macher einschl. Bauhöfe, ehrenamtlichen Kammweg-Paten, Gastgeber und auch wir vom Projektmanagement vor Ort, um diese z.B. mittels Ersatzschildern, Silikon, Astschere, Säge und Reinigungstüchern zu erfüllen, Bei 285 km sind wir aber auch dankbar, Hinweise zu bekommen, wo Markierungszeichen oder Wegweiser fehlen, zugewachsen sind bzw. andere Mängel bestehen und um zeitnahe Mängelbeseitigung bemüht. Treppen, Bänke, Rastplätze, Brücken, Schutzhütten u.a. sind in den letzten Jahren repariert oder neu entstanden. Das es da aber noch Reserven gibt, ist uns bewusst.
Norbert S.
15.11.2020 · Community
Ein paar Eindrücke von Unterwegs ...
Foto: Norbert S., Community
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